Was ist Ursalz? Herkunft, Eigenschaften und richtige Verwendung
Ursalz ist in den letzten Jahren zum Trend geworden — auf Instagram, in Bio-Shops und in Wellness-Blogs. Dieser Artikel erklärt kurz und verständlich, was Ursalz tatsächlich ist, woher es kommt, wie es sich von Tafelsalz unterscheidet und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Definition: Was ist Ursalz?
Ursalz (oft auch „Ur-Salz“ genannt) bezeichnet naturnahes, unverarbeitetes Salz, das ohne chemische Raffination gewonnen wird. Es kann aus unterirdischen Salzstöcken (Steinsalz) oder aus historischen Meeresablagerungen stammen und wird typischerweise bergmännisch abgebaut und nur mechanisch zerkleinert und gesiebt. Im Gegensatz zu raffiniertem Tafelsalz bekommt Ursalz keine Antiklumpmittel, Rieselhilfen oder zusätzliche Jodierung.
Herkunft und Entstehung
Ursalz entsteht meist vor Millionen von Jahren, als Urmeere verdunsteten und Salzschichten bildeten. Bekannte Beispiele sind:
- Steinsalz-Vorkommen in Mittel- und Osteuropa (Halit),
- vorzeitliche Meeresablagerungen wie das bekannte Himalaya-Salz (wobei der Begriff Himalaya-Salz oft als Synonym für Ursalz verwendet wird),
- ältere Salzschichten, die unter geologischen Prozessen konserviert wurden.
Die genaue Mineralzusammensetzung hängt vom jeweiligen Vorkommen ab — deshalb variieren Farbe und Geschmack.
Zusammensetzung: Mehr als nur Natriumchlorid?
Grundsätzlich besteht Salz überwiegend aus Natriumchlorid (NaCl). Ursalz enthält jedoch oft Spuren anderer Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen. Diese Anteile sind jedoch sehr gering — sie verändern den Mineralhaushalt des Körpers kaum. Wichtig zu wissen:
- Der Mineralstoffgehalt von Ursalz ist ernährungsphysiologisch vernachlässigbar im Vergleich zur Gesamtzufuhr über Lebensmittel.
- Ursalz ist normalerweise nicht jodiert. Wer auf eine ausreichende Jodversorgung angewiesen ist, sollte das berücksichtigen.
Ursalz vs. Tafelsalz vs. Meersalz: Die Unterschiede
Kurzüberblick:
- Tafelsalz: Raffiniert, oft jodiert und mit Rieselhilfen versetzt. Einheitliche Körnung und intensiver Geschmack.
- Meersalz: Gewonnen durch Verdunstung von Meerwasser; kann Spuren von Meeresmineralien enthalten, anfällig für Mikroplastik-Kontamination aus dem Meer.
- Ursalz: Unraffiniertes Steinsalz oder urzeitliches Meersalz, ohne Zusatzstoffe. Oft als „naturbelassen“ vermarktet.
Der Hauptunterschied liegt in Verarbeitung und Zusätzen, weniger in der grundlegenden chemischen Wirkung (Natriumchlorid bleibt Natriumchlorid).
Gesundheitliche Aspekte: Was Sie beachten sollten
Viele Hersteller und Influencer schreiben Ursalz therapeutische Vorteile zu. Hier die wichtigsten Fakten, neutral zusammengefasst:
- Natriumzufuhr: Auch Ursalz liefert Natrium. Hoher Salzkonsum erhöht nachweislich Blutdruckrisiko. Die WHO empfiehlt, den Salzkonsum auf weniger als 5 g pro Tag zu begrenzen.
- Mineralien: Die angeblich heilsamen Mengen an „Spurenelementen“ in Ursalz sind sehr gering und ersetzen keine ausgewogene Ernährung.
- Jodmangel: Da Ursalz meist nicht jodiert ist, sollten Menschen, die sich ausschließlich darauf verlassen, an Jod denken (z. B. über jodiertes Speisesalz, jodiertes Frühstückssortiment oder Meeresfisch).
- Verunreinigungen: Steinsalz kann je nach Region Spurenelemente oder Rückstände enthalten; seriöse Anbieter prüfen ihre Produkte auf Schwermetalle und andere Kontaminanten.
Fazit: Ursalz ist kein „Superfood“ gegen Krankheiten. Es ist ein naturbelassenes Salz mit sensorischen und ästhetischen Vorzügen, aber dieselben physiologischen Effekte wie anderes Salz.
Anwendung: Kochen, Backen, Körperpflege
Ursalz wird vielseitig verwendet:
- Kulinarisch: Als grobes Gourmetsalz für Grillgerichte, Salat-Finish oder in Mühlen. Die Körnung und Farbe (weiß bis rötlich-rosa) kann Gerichte optisch aufwerten.
- Bad & Spa: Naturbelassene Badesalze aus Ursalz werden wegen ihrer Struktur und Mineralien geschätzt.
- Haltbarkeit: Salz ist hygroskopisch, bleibt aber praktisch unbegrenzt haltbar, wenn es trocken gelagert wird.
Kaufberatung: Woran erkennt man gutes Ursalz?
Beim Kauf sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Transparente Herkunft: Angaben zu Lagerstätte und Abbauverfahren (bergmännisch, Handabbau) sind wichtig.
- Analysezertifikat: Seriöse Hersteller stellen Laborprüfungen zu Mineralstoff- und Schadstoffgehalt bereit.
- Keine Zusätze: Auf der Verpackung sollten keine Antiklumpmittel oder Zusatzstoffe stehen.
- Verpackung & Umwelt: Locker gefüllte Großverpackungen oder plastikreduzierte Verpackungen sind ökologisch vorteilhaft.
Häufige Missverständnisse
- „Ursalz ist gesünder als Tafelsalz“ – Nicht per se. Gesundheitlich zählt die Gesamtmenge an Natrium, nicht die Herkunft des Salzes.
- „Ursalz enthält alle wichtigen Mineralien“ – Die Mengen sind zu gering, um Mängel zu vermeiden.
- „Ursalz ist mikroplastikfrei“ – Für Steinsalz ist das Risiko für Mikroplastik geringer als beim Meersalz, aber eine umfassende Analyse der Quelle ist nötig.
Weiterführende Quellen
Für vertiefende Informationen können Sie diese übersichtlichen Stellen besuchen:
- WHO – Salt and health: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/salt-and-health
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): https://www.dge.de
Fazit
Ursalz ist ein naturbelassenes, unverarbeitetes Salz aus alten Salzvorkommen. Es unterscheidet sich von Tafelsalz vor allem durch fehlende Raffination und Zusätze. Geschmack, Aussehen und Haptik können für viele Anwender den Kauf rechtfertigen, gesundheitlich bietet Ursalz aber keine magischen Vorteile — die Menge an aufgenommenem Natrium bleibt der entscheidende Faktor. Wer Ursalz bevorzugt, sollte auf Herkunft, Analysezertifikate und die eigene Jodversorgung achten.