Tamari verstehen: Was ist Tamari, wie schmeckt es und warum viele es Shoyu vorziehen
Was ist Tamari? Diese Frage ist der Einstieg in die Welt einer aromatischen, oft glutenfreien Sojasauce, die aus der japanischen Küche stammt. In diesem Artikel erkläre ich Herkunft, Herstellung, Geschmack, Einsatz in der Küche sowie gesundheitliche Aspekte — kurz: alles, was Sie wissen müssen, um Tamari bewusst zu kaufen und zu verwenden.
Kurz erklärt: Was ist Tamari?
Tamari ist eine traditionelle japanische Sojasauce, die überwiegend aus fermentierten Sojabohnen hergestellt wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Sojasaucen enthält Tamari meistens wenig oder keinen Weizen, weshalb sie häufig als glutenfreie Alternative zur herkömmlichen Sojasauce (Shoyu) gilt. Tamari entstand historisch als Nebenprodukt bei der Miso-Herstellung und hat sich zu einer eigenen Würze mit kräftigem Umami-Geschmack entwickelt.
Herstellung: So entsteht Tamari
Die klassische Herstellung von Tamari ähnelt der von Miso: Sojabohnen werden gekocht, mit dem Schimmelpilz Aspergillus oryzae (Koji) geimpft und fermentiert. Anschließend werden die festen Anteile von der Flüssigkeit getrennt; diese Flüssigkeit ist die Tamari-Soße. In industrieller Produktion wird manchmal Weizen zugesetzt, doch hochwertige, traditionelle Tamari enthält ausschließlich Sojabohnen, Wasser und Salz und reift über Monate bis Jahre.
Unterschiede: Tamari vs. Shoyu vs. chinesische Sojasauce
- Weizenanteil: Shoyu (japanische Allzweck-Sojasauce) enthält häufig Weizen, Tamari ist oft weizenfrei.
- Geschmack: Tamari hat ein volleres, runderes Umami und wirkt weniger salzig und heller in der Säure als viele Shoyu- oder chinesische Sorten.
- Konsistenz: Tamari ist tendenziell etwas dickflüssiger und dunkler.
- Verwendung: Tamari eignet sich besonders für Dip-Saucen, Glasuren, Marinaden und alle Rezepte, bei denen intensiver Soja-Geschmack ohne starken Getreide-Einfluss gewünscht ist.
Warum wird Tamari oft als gesünder bezeichnet?
Beliebt ist Tamari vor allem bei Menschen mit Glutenunverträglichkeit, da reine Tamari-Varianten kein Weizen enthalten und somit glutenfrei sind. Zudem entsteht Tamari durch natürliche Fermentation — ein Prozess, der Proteine aufschließt und den Geschmack vertieft. Trotzdem enthält Tamari vergleichsweise viel Natrium, daher gilt: Maß halten.
Geschmack und kulinarische Verwendung
Tamari liefert ein tiefes Umami mit nussigen, malzigen Noten. Das macht es vielseitig einsetzbar:
- Als Dip für Sushi, Gemüse oder Dumplings
- Zum Abschmecken von Suppen und Brühen
- In Marinaden für Fleisch, Fisch oder Tofu
- Als Zutat für Dressings, Glasuren oder Pfannengerichte
Ein Tipp: Beim Braten erst gegen Ende der Garzeit Tamari hinzufügen, da es beim langen Erhitzen seinen feinen Geschmack verlieren kann.
Kochtipps und Rezeptideen
- Einfacher Dip: 3 Teile Tamari, 1 Teil Reisessig, etwas Sesamöl und Frühlingszwiebel.
- Marinade für Tofu: Tamari, Ahornsirup, Knoblauch und Ingwer — 30 Minuten ziehen lassen.
- Umami-Boost in Suppen: 1–2 TL Tamari statt Salz geben.
Nährwerte und gesundheitliche Hinweise
Tamari enthält hauptsächlich Wasser, Proteine aus Soja und Salz. Nährwertangaben variieren je nach Marke, typischerweise sind Mengen an Kalorien und Fett gering, während der Natriumgehalt hoch ist. Menschen mit Bluthochdruck oder salzempfindlicher Ernährung sollten daher auf natriumarme Varianten achten oder die Portionsgröße reduzieren.
Wer eine Soja-Allergie hat, sollte Tamari meiden. Für Veganer und Vegetarier ist Tamari meist geeignet, da keine tierischen Zutaten verwendet werden.
Kaufen, auf Qualität achten
Beim Kauf von Tamari auf folgende Punkte achten:
- Zutatenliste: Reine Tamari enthält nur Sojabohnen, Wasser und Salz. Vermeiden, wenn Sie glutenfrei bleiben möchten, Produkte mit Weizenangabe.
- Gärung: Natürlich fermentierte Tamari ist geschmacklich besser als chemisch hergestellte Varianten.
- Bio-Siegel: Sorgt für Rückverfolgbarkeit und oft bessere Rohwarenqualität.
- Label: "glutenfrei" wenn nötig, oder Angaben zur Reifezeit.
Lagerung und Haltbarkeit
Ungeöffnete Flaschen sind meist lange haltbar. Nach dem Öffnen empfiehlt sich die Lagerung im Kühlschrank — so bleibt das Aroma länger frisch. Bei natürlicher Fermentation kann sich am Boden etwas Rückstand bilden; das ist unbedenklich und zeigt oft handwerkliche Qualität.
Kurze FAQ
Ist Tamari dasselbe wie Sojasauce? Nein — Tamari ist eine spezielle, oft weizenfreie Form der Sojasauce mit eigenem Geschmack.
Ist Tamari glutenfrei? Viele Tamari-Produkte sind glutenfrei, aber nicht alle. Auf das Etikett achten.
Kann ich Tamari zum Kochen und Braten verwenden? Ja. Für feine Aromen erst spät hinzufügen; für Glasuren ist Tamari ideal.
Weiterführende Links
Mehr Informationen zur Geschichte und den Varianten finden Sie z. B. auf Wikipedia: Tamari — Wikipedia. Für Einkaufstipps und Rezepte besuchen Sie Herstellerseiten wie Kikkoman oder Fachblogs zur japanischen Küche.
Fazit
Tamari ist eine aromatische, vielseitige Sojasauce mit kräftigem Umami und oft glutenfreier Zusammensetzung. Ob als Dip, Marinade oder Geschmacksverstärker — Tamari ist eine wertvolle Zutat für alle, die intensiven Soja-Geschmack ohne den Einfluss von Weizen suchen. Probieren Sie unterschiedliche Marken und Reifegrade, um Ihre Lieblings-Tamari zu finden.