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Kriacherl: Die wilde Pflaume aus Österreich und Bayern – Erkennen, Verwenden, Konservieren

Lukas Fuchs vor 2 Wochen Obst und Gemüse 3 Min. Lesezeit

Kriacherl sind kleine, aromatische Wildpflaumen, die in Österreich und im bayerischen Raum seit Jahrhunderten geschätzt werden. Dieser Artikel erklärt, was Kriacherl genau sind, wie man sie erkennt, wie und wann man sie erntet, welche kulinarischen Traditionen es gibt – und wie Sie sie zu Marmelade, Brand oder Kuchen verarbeiten können.

Was sind Kriacherl?

Der Begriff Kriacherl (auch Kriecherl, Kriachal, Kriacherl oder regional Greacherl/Griachal) ist im bairischen Sprachraum gebräuchlich und bezeichnet mehrere wildwachsende Pflaumenarten und -unterarten. Botanisch werden viele davon zur Prunus-Gruppe gezählt, vor allem zur Kirschpflaume (Prunus cerasifera) oder zu wildwachsenden Formen der Zwetschge. In Österreich – besonders in der Steiermark – ist das Kriacherl eine traditionelle Frucht, die sowohl roh als auch verarbeitet verwendet wird (Wikipedia: Kriecherl).

Merkmale und Erntezeit

  • Größe & Farbe: Klein bis mittelgroß (ähnlich Mirabellen), Farbe von gelb über orange bis rötlich oder dunkelviolett.
  • Geschmack: Intensiv aromatisch, oft süß-säuerlich; einige Sorten sind sehr aromatisch, andere eher herb – ideal zum Verarbeiten.
  • Kern: Feste Steinfrucht, oft leichter Kernabrieb im Fruchtfleisch, manche Sorten lassen sich schwerer entkernen.
  • Erntezeit: Hauptsächlich Juli bis August, je nach Lage und Sorte.

Herkunft und Verbreitung

Kriacherl kommen wild in Hecken, Feldrainen, auf Streuobstwiesen und an Waldrändern vor. Besonders verbreitet sind sie in der Steiermark und in Ostösterreich, aber auch in Niederbayern und anderen Teilen des bairischen Sprachraums. Dort gehören sie zur traditionellen Nutzung: Einkochen, Brennen, Backen.

Kulinarische Verwendung

Kriacherl sind extrem vielseitig:

  • Marmelade & Gelee: Klassisch: Kriacherl-Marmelade mit wenig Zucker – das kräftige Aroma braucht wenig Süße. Ein gutes Basisrezept finden Sie z. B. bei Servus.
  • Destillate: Aus Kriacherl wird oft ein kräftiger Brand (Kriacherlbrand) gebrannt, der wegen seines klaren Fruchtaromas geschätzt wird (Beispiele: regionale Brennereien und Spezialitäten im Onlineshop).
  • Kuchen & Gebäck: Als Füllung für Kuchen, Strudel oder als Belag auf Obstkuchen.
  • Kompotte & Chutneys: Kombination mit Gewürzen (Zimt, Sternanis) oder Zwiebeln und Essig ergibt interessante Beilagen zu Fleischgerichten.
  • Rohgenuss: Reife Kriacherl sind eine gute Snack-Obstsorte fürs Sammeln.

Einfache Rezepte & Tipps

Basis-Marmelade: Kriacherl waschen, entsteinen (oder halbieren), mit Zitronensaft erhitzen und mit Gelierzucker nach Packungsanleitung einkochen. Tipp: Vor dem Entsteinen kurz einfrieren – das erleichtert das Entfernen der Kerne.
Für Brand: Verwenden Sie vollreife, unbeschädigte Früchte; zur Destillation empfiehlt sich das Einweisen bei einer regionalen Brennerei oder der Kauf fertiger Kriacherl-Brände von kleinen Produzenten.

Konservierung & Haltbarkeit

  • Einkochen: Marmeladen und Kompotte halten steril abgefüllt ein bis mehrere Jahre.
  • Einlegen: Chutneys oder Kompotte in Essig-Zucker-Mischungen verlängern die Haltbarkeit.
  • Einfrieren: Frische Kriacherl lassen sich gut einfrieren – vorher entkernen oder als Ganzes einfrieren und später verarbeiten.
  • Destillation: Ein Brand konserviert das Aroma jahrelang.

Kriacherl vs. Mirabelle: Wo liegt der Unterschied?

Mirabellen sind kultivierte, meist gelb-orangene Pflaumen (Prunus domestica subsp. syriaca), während Kriacherl oft wilde Formen sind und regional verschiedene Taxa umfassen. Geschmacklich ähneln sie sich, Kriacherl können jedoch intensiver, oft etwas herber und aromatischer sein. In Rezepten sind sie häufig austauschbar, wobei Kriacherl durch ihr intensiveres Aroma besonders für Destillate und Gelees geschätzt werden.

Anbau und Schutz

Wer Kriacherl selber pflanzen will, sollte eine robuste, gut verträgliche Unterlage wählen und sonnige, windgeschützte Standorte bevorzugen. Wildformen sind tolerant gegenüber kargen Böden und können als Bereicherung für naturnahe Gärten und Streuobstwiesen dienen. Da viele alte Sorten selten werden, lohnt es sich, auf Erhaltung und Austausch mit lokalen Streuobst-Initiativen zu achten.

Regionale Kultur & Tipps zum Sammeln

Kriacherl sind fest in lokalen Bräuchen verankert: In vielen Regionen gibt es traditionelle Brennereien, Marmeladenmanufakturen und Hofläden mit Kriacherl-Produkten (z. B. regionale Brände wie Kriacherlbrand). Beim Sammeln beachten Sie Eigentumsrechte (keine Früchte von Privatgrund ohne Erlaubnis) und mögliche Nutzungsverbote in Schutzgebieten.

Weiterführende Links und Quellen

Fazit

Kriacherl sind mehr als nur kleine Früchte: Sie sind ein Stück regionaler Kultur mit intensivem Aroma und vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten. Ob als Marmelade, im Kuchen oder als edler Brand – wer Kriacherl kennt, weiß ihr besonderes Geschmacksprofil zu schätzen. Sammeln, verarbeiten und konservieren lohnt sich: So bleibt das Aroma der Sommerfrüchte das ganze Jahr über erhalten.

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