Wie lange hält die Kartoffel Laura? Lagerfähigkeit, Lagerung und Praxistipps
Die rote Schale, der gute Geschmack und vor allem die hohe Lagerfähigkeit machen die Kartoffelsorte Laura beliebt bei Gärtnern und Landwirten. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Laura richtig ernten, vorkurieren und langfristig lagern, damit die Knollen frisch bis ins Frühjahr bleiben.
Die Kartoffelsorte Laura (früher Urgenta) ist bekannt für ihre rote Schale, den kräftigen Geschmack und eine sehr gute Lagerfähigkeit. Wer die Sorte selbst anbaut oder im Herbst große Mengen kauft, will wissen: Wie lange hält Laura, welche Lagerbedingungen braucht sie und was ist bei Ernte, Trocknung und Kontrolle zu beachten?
Kurzüberblick: Lagerfähigkeit der Kartoffel Laura
- Typ: vorwiegend festkochend, mittelfrühe bis mittlere Reife.
- Lagerfähig: sehr gut — bei optimaler Behandlung und Lagerbedingungen mehrere Monate (typisch 6–8 Monate, oft bis ins Frühjahr).
- Empfohlene Langzeittemperatur: 4–8 °C (ideal ca. 4–6 °C).
- Relative Luftfeuchte: hoch, etwa 90–95 % (verhindert Schrumpfen).
Ernte und Vorkurierung: der erste Schritt zur langen Haltbarkeit
Die richtige Behandlung direkt nach der Ernte entscheidet maßgeblich über die Lagerdauer:
- Ernten, wenn die Pflanzen abgefallen oder die Blattmasse abgestorben ist. So sind die Schalen am stabilsten.
- Nicht bei nassem Wetter einlagern: feuchte Knollen faulen leichter.
- Vorkurieren (Abtrocknen/Suberisation): Die frisch geernteten Kartoffeln 7–14 Tage bei 10–15 °C und hoher Luftfeuchte (ca. 90 %) lagern. Die Haut verholzt, Verletzungen schließen sich – das reduziert Krankheitsrisiko in der Lagerung.
- Knollen nicht waschen: Erde schützt und trocknet die Knollen nicht zu stark aus. Beschädigte Knollen aussortieren.
Optimale Lagerbedingungen
Für die Langzeitlagerung gelten diese Grundregeln:
- Temperatur: Nach der Vorkurierung 4–8 °C, ideal 4–6 °C. Zu warme Lagerung fördert das Keimen, zu kalt (unter 3–4 °C) kann zu Kälteschäden und Stärke-Umwandlung in Zucker führen (bei Verarbeitung z. B. zu dunklem Braten).
- Licht: Dunkel lagern. Licht führt zu Grünfärbung (Solaninbildung) und Bitterkeit. Grün gewordene Stellen großzügig entfernen oder Knollen entsorgen, wenn stark betroffen.
- Luftfeuchte: Hoch (90–95 %), damit die Knollen nicht schrumpfen. In sehr trockenen Kellern in offenen Kisten mit feuchten Tüchern oder feuchtem Sand arbeiten — aber Vorsicht vor Fäulnis.
- Belüftung: Gute Luftzirkulation verhindert lokale Aufheizung und Kondenswasser. Keine luftdichten Behälter. Gut eignen sich Kartoffelkisten mit Lattenrost, Jutesäcke, Holzstapel oder spezielle Kartoffelbehälter.
- Trennung: Nicht zusammen mit Äpfeln, Birnen oder anderem ethylenbildendem Obst lagern — Ethylen regt das Keimen an. Auch Zwiebeln sind kein guter Nachbar.
Lagerdauer: Was ist realistischer Zeitraum?
Laura gilt als sehr lagerfähig. Bei fachgerechter Ernte, Vorkurierung und Lagerung halten sich Laura-Knollen in der Regel 6–8 Monate. Viele Gärtner berichten, dass die Sorte bei optimalen Bedingungen sogar bis ins Frühjahr (manchmal bis 9 Monate) lagerfähig bleibt, ohne stark zu keimen oder zu schrumpfen. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt allerdings von Erntezeitpunkt, Beschädigungen, Lagertemperatur, Feuchte und regelmäßiger Kontrolle ab.
Probleme erkennen und vorbeugen
- Faulen/Schimmel: Ursache oft feuchte Lagerbedingungen oder verletzte Knollen. Verletzte Exemplare sofort entfernen.
- Keimung: Zu warme Temperaturen, Licht oder Ethylen-Einfluss. Regelmäßig Aussortieren von aufgekeimten Kartoffeln und Temperatur/Dunkelheit kontrollieren.
- Schrumpfen: Zu geringe Luftfeuchte. In trockenen Kellern luftdurchlässige Packung wählen und Feuchte erhöhen.
- Grünfärbung: Lichtkontakt. Grünes Gewebe ist giftig (Solanin) und muss großflächig entfernt werden oder die Knolle entsorgt werden.
Praktische Tipps für Hobbygärtner
- Ernten Sie früh morgens oder bei trockener Witterung.
- Lagern Sie ungewaschene Knollen in Jutesäcken, Holzkisten oder speziellen Kartoffelkisten mit Lattenrost.
- Sortieren Sie wöchentlich durch: faule oder aufgekeimte Knollen sofort entfernen.
- Schützen Sie vor Nagetieren: Metallgitter oder hohe Kisten helfen.
- Wenn Sie Kartoffeln vorkeimen möchten (für frühe Pflanzen im nächsten Jahr), reduzieren Sie die Kühlung ab Januar/Februar und bringen die Knollen an einen etwas wärmeren, hellen Ort.
Sicherheit: Wann wegwerfen?
Entsorgen Sie Kartoffeln bei starkem faulen, muffigem Geruch, großflächiger Grünfärbung oder wenn das Innere matschig und verfärbt ist. Kleine Triebe und Augen können entfernt werden; bei bitterem Geschmack oder intensiver Grünfärbung lieber nicht verzehren.
Weiterführende Quellen
Mehr Informationen zu Sorte und Eigenschaften finden Sie bei den Züchtern und Saatkartoffel-Anbietern, z. B. Europlant – Laura oder praktische Hinweise von Saatkartoffelshops wie Biogartenbedarf.
Fazit
Die Kartoffel Laura ist eine sehr gut lagerfähige Sorte, die bei richtiger Ernte, Vorkurierung und Lagerung mehrere Monate frisch bleibt. Entscheidend sind trockenes Erntegut, Vorkurierung bei milderen Temperaturen, anschließende Lagerung kühl (4–8 °C), dunkel, gut belüftet und mit hoher Luftfeuchte. Mit regelmäßiger Kontrolle und fachgerechter Verpackung können Sie Lauras Lagerfähigkeit optimal nutzen und die Knollen bis ins Frühjahr genießen.
Checkliste kurz: Ernten bei trockenem Boden → Vorkurieren 7–14 Tage (10–15 °C) → lagern bei 4–6 °C, 90–95 % rLF, dunkel → wöchentlich kontrollieren → beschädigte Knollen entfernen.
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