Bunt, knackig, gesund: Dein Guide zu lila Bohnen
Lila Bohnen sind ein Hingucker im Garten und auf dem Teller. In diesem Guide erfährst du, welche Sorten es gibt, wie du sie anbaust, warum sie beim Kochen oft grün werden und wie du Geschmack sowie Farbe bestmöglich erhältst.
Was sind lila Bohnen und warum lieben Gärtner sie?
Lila Bohnen sind meist Speisebohnen (Busch- oder Stangenbohnen) mit tiefvioletten bis purpurfarbenen Schoten. Die Farbe stammt von Pflanzenfarbstoffen, den Anthocyanen, die auch in Beeren oder Rotkohl vorkommen. Optisch bringen sie Abwechslung ins Gemüsebeet und auf den Teller – ideal für bunte Salate, Gemüseplatten oder als Blickfang bei Gästen.
Beliebte Sorten und Unterschiede
- Purple Queen – robuste Buschbohne mit dekorativen, fleischigen Hülsen, fadenlos und attraktiv für Balkongärtner.
- Blauhilde – oft als Busch- oder Stangenbohne erhältlich, bekannt aus Hobbygärten und Salaten.
- Prinzessbohne (lila Varianten) – Stangenbohne mit langen, zarten Schoten (bis 25 cm), häufig fadenlos.
- Traditionelle lila Sorten – regionale Varianten mit unterschiedlichen Kernfarben und Erträgen.
Viele Samenhändler und Bio-Saatgut-Anbieter listen diese Sorten; ein Blick in Saatgutkataloge lohnt sich, wenn du eine bestimmte Form oder Ertragsstärke suchst.
Warum werden lila Schoten beim Kochen oft grün?
Der Farbwechsel passiert, weil die lila Farbstoffe (Anthocyane) empfindlich gegenüber pH-Veränderungen und Hitze sind. Während des Kochens wird das Anthocyan oft abgebaut oder die grüne Farbe durch Chlorophyll dominant – daher erhalten die Bohnen eine grünliche Tönung. Wenn du die violette Farbe erhalten möchtest, hilft ein Spritzer Zitrone oder etwas Essig (sauer), da saure Bedingungen die Anthocyane stabilisieren.
Anbautipps: So gedeihen lila Bohnen im Garten und auf dem Balkon
- Standort: Sonnig bis teilbeschattet; Bohnen mögen warme, windgeschützte Plätze.
- Boden: Gut durchlässig, humos und nährstoffreich. Keine frisch gedüngten Flächen mit hohem Stickstoffanteil (sonst viel Blatt, wenig Ertrag).
- Saatzeit: Ab Mitte Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht; Stangenbohnen etwas später säen oder vorziehen.
- Abstand: Buschbohnen: 30–40 cm Reihenabstand; Stangenbohnen: Bohnen alle 10–15 cm, Reihenabstand 60–80 cm.
- Rankhilfe: Bei Stangenbohnen unbedingt Bohnenstäbe, A-Rahmen oder Netze einsetzen.
- Wasser & Pflege: Gleichmäßig feucht halten, besonders während der Blüte und Schotenbildung.
- Fruchtfolge & Mischkultur: Nicht direkt nach anderen Hülsenfrüchten pflanzen; gut geeignet neben Mais, Kohlrabi oder Kräutern.
Ernte, Lagerung und Einfrieren
Ernte die Schoten regelmäßig, wenn sie zart und noch nicht dickfleischig sind — das fördert weiter frische Erträge. Für frischen Genuss: innerhalb weniger Tage kühlen (2–4 °C). Zum Einfrieren kurz blanchieren (30–90 Sekunden, je nach Dicke), dann schockkühlen. Beachte: Beim Blanchieren geht die violette Farbe oft verloren; für optische Wirkung lieber roh in Salaten verwenden oder nur kurz anbraten.
Kulinarische Ideen und Zubereitungstipps
- Roh im Salat: Dünn geschnitten als Farbtupfer – kombiniert mit Rucola, Feta und Walnüssen.
- Blanchiert und schockgekühlt: Für knackige Beilagen; danach mit Zitronen-Vinaigrette servieren, damit ein Teil der Farbe erhalten bleibt.
- Wok & Pfanne: Kurz bei hoher Hitze mit Knoblauch, Sesam und Sojasauce anbraten.
- Ofengemüse oder Ratatouille: Mischt sich gut mit gelben Tomaten, Aubergine und Paprika.
- Einfache Rezepte: Bohnensalat mit roten Zwiebeln, Senf-Vinaigrette; Bohnenpfanne mit Speck und Zitrone; kalte Gemüseplatte mit Hummus.
Gesundheit und Nährwerte
Wie andere Bohnen liefern lila Varianten Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß, Vitamine (z. B. Vitamin C, B-Vitamine) und Mineralstoffe (Kalium, Magnesium). Die Anthocyane wirken antioxidativ, wenngleich die Menge in den Schoten geringer ist als in Beeren. Trotzdem sind lila Bohnen eine farbenfrohe und nährstoffreiche Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung.
Probleme, Krankheiten und Schädlinge
- Schädlinge: Blattläuse, Bohnenkäfer und Schnecken können auftreten — rechtzeitig kontrollieren und natürliche Feinde fördern.
- Krankheiten: Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Wurzelfäule bei Staunässe. Gute Belüftung und Fruchtfolge reduzieren Risiken.
- Tipps: Saatgut nur von zuverlässigen Anbietern kaufen, resistentere Sorten wählen und Reihen nicht zu eng pflanzen.
Wo gibt es Saatgut und Inspiration?
Viele Bio-Saatgut-Shops und Gartenblogs bieten lila Sorten an. Für Austausch und Rezepte lohnt sich ein Blick in Gartenforen oder auf Kochportale. Wenn du Sorten vergleichen möchtest, helfen Erfahrungsberichte aus Gärtner-Communities weiter.
Kurz zusammengefasst
Lila Bohnen sind mehr als nur ein Blickfänger: Sie sind unkompliziert anzubauen, vielseitig zuzubereiten und bringen Abwechslung in Beet und Küche. Wer die Farbe erhalten möchte, arbeitet mit säurehaltigen Dressings und kurzen Garzeiten. Für Hobbygärtner sind Buschvarianten ideal, Stangenbohnen lohnen sich bei Platz und Rankhilfe. Probiere verschiedene Sorten — oft entscheidet Form, Fadenlosigkeit und Geschmack über die persönliche Lieblingsbohne.
Weiterlesen: Bohne (Wikipedia) | Austausch zu Sorten und Rezepten findest du zum Beispiel in Foren wie Chefkoch oder bei Saatgut-Anbietern mit Sortenporträts.
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