Grüner Tee im Direktvergleich: Matcha oder Sencha — welcher passt zu dir?
Zwei beliebte japanische Grüntees, zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse. In diesem Artikel erklären wir klar und praxisnah die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und worauf du beim Kauf und der Zubereitung von matcha vs sencha achten solltest.
Kurzüberblick: Was bedeutet matcha vs sencha?
Der Begriff „matcha vs sencha" beschreibt den Vergleich zweier Hauptformen von japanischem Grüntee: Matcha ist ein feines, leuchtend grünes Blattpulver, das komplett aufgegossen wird; Sencha sind gedämpfte, getrocknete und gerollte ganze Teeblätter, die aufgegossen werden. Beide stammen von derselben Pflanze (Camellia sinensis), unterscheiden sich aber in Anbau, Verarbeitung, Geschmack und Einsatz.
Anbau & Verarbeitung
Matcha: Vor der Ernte werden die Teesträucher mehrere Wochen beschattet (meist 3–4 Wochen). Dadurch steigt der Chlorophyll- und Aminosäuregehalt (vor allem L‑Theanin) und reduziert sich die Bitterkeit. Nach dem Dämpfen werden die Blätter entstielt und entfaseret – das Ergebnis heißt Tencha. Tencha wird zu feinstem Pulver (matcha) vermahlen, traditionell mit Steinmühlen.
Sencha: Sencha wächst überwiegend unbeschattet an der Sonne. Nach dem Ernten werden die Blätter kurz gedämpft, gerollt und getrocknet. Durch das Rollen entstehen die typischen Nadeln, die beim Aufguss ihr Aroma abgeben.
Geschmack & Aroma
- Matcha: Intensiv, cremig, oft umami‑reich mit süßlicher Note und wenig Adstringenz – besonders bei höherer Qualität (zeremonieller Matcha). Je nach Herkunft können nussige oder grasige Nuancen auftreten.
- Sencha: Frisch, vegetal bis grasig, mit zitrusartigen oder meerigen Noten. Je nach Erntestufe (ichibancha = erste Ernte) variiert die Süße und Bitterkeit.
Farbe & Textur
Matcha ist leuchtend, sattgrün und hat eine samtige, dickflüssige Textur im Mund. Sencha ergibt beim Aufguss ein grünes bis gelblich‑grünes Getränk mit klarer, leichter Textur.
Koffein, L‑Theanin & Wirkungen
Weil du bei Matcha das ganze Blatt konsumierst, enthält er in der Regel mehr Koffein und auch mehr L‑Theanin pro Portion als ein normaler Sencha‑Aufguss. Das Zusammenspiel von Koffein und L‑Theanin kann bei Matcha zu einem langanhaltenden, fokussierten Wachzustand führen, ohne die nervöse Spitze, die man von Kaffee kennt. Sencha liefert ebenfalls Koffein und Antioxidantien, aber in geringerer Konzentration pro Tasse.
Gesundheit & Antioxidantien
Beide Tees sind reich an Polyphenolen, vor allem Katechinen wie EGCG, die antioxidative Eigenschaften haben. Da Matcha das ganze Blatt enthält, ist die Konzentration dieser Stoffe pro Getränk meist höher. Das heißt aber nicht, dass Sencha „unschädlich" oder weniger gesund wäre — regelmäßiger Konsum von gutem Sencha kann ähnliche Vorteile bieten.
Zubereitung: Praktisch erklärt
Matcha (Grundrezept, Usucha – dünner):
- 1–2 g Matcha (etwa 1 Teelöffel) in eine Schale sieben.
- 30–60 ml heißes Wasser (70–80 °C) hinzufügen.
- Mit einem Bambusbesen (Chasen) in schnellen Z‑Bewegungen aufschlagen, bis Schaum entsteht.
Sencha (Grundrezept):
- 2 g Tee pro 100 ml Wasser (ca. 1 TL).
- Wassertemperatur 60–80 °C (je nach Qualität: höher für robustere Sorten, niedriger für feinere erste Ernte).
- Ziehzeit 30–90 Sekunden (längere Ziehzeit -> mehr Bitterkeit).
Grade, Verwendungszwecke & Preise
- Matcha: Zeremoniell (sehr hochwertig, fein, teuer) vs. Culinary (besser für Lattes und Backen). Hochwertiger Matcha ist teuer, weil er aufwändig angebaut und gemahlen wird.
- Sencha: Je nach Erntezeit (ichibancha, nibancha) und Verarbeitung unterschiedlich. Gute Senchas sind für täglichen Genuss gedacht und preislich breiter gestreut.
Lagerung & Frische
Beide sollten licht- und luftdicht verpackt werden. Matcha ist lichtempfindlicher und verliert schnell Aroma – idealerweise im Kühlschrank in einer luftdichten Dose aufbewahren. Sencha bleibt bei trockenem, dunklem Lager länger stabil, verliert Geschmack aber ebenfalls mit der Zeit.
Nachhaltigkeit & Herkunft
Matcha-Anbau kann intensiver sein (Schattennetze, höherer Arbeitsaufwand), was sich oft im Preis widerspiegelt. Achte bei beiden auf Bio‑Siegel und faire Produktionsbedingungen, wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist. Regionale Unterschiede (Uji, Nishio, Kagoshima usw.) beeinflussen Geschmack und Qualität.
Wie du dich entscheiden kannst
- Wenn du ein intensives, ritualisiertes Erlebnis suchst und gern mit Texturen spielst → Matcha.
- Wenn du leichten, unkomplizierten täglichen Genuss bevorzugst und verschiedene Temperaturen/Zubereitungen magst → Sencha.
- Wenn es um Gesundheit geht: Beide sind sinnvoll, Matcha liefert wegen der höheren Blattkonzentration mehr Wirkstoffe pro Portion.
- Budget: Starter‑Matcha für Lattes ist günstig, hochwertiger zeremonieller Matcha ist teuer. Gute Sencha‑Sorten gibt es oft günstiger für den Alltag.
Schnelle Kauf- und Zubereitungstipps
- Beim Matcha auf Farbe (kräftig grün), feine Mahlung und möglichst zertifizierte Qualität achten.
- Bei Sencha auf Duft (frisch, grasig), gleichmäßige Nadeln und Angaben zur Ernte achten.
- Experimentiere mit Wassermenge und Temperatur — besonders bei Sencha verändert das den Geschmack stark.
Weiterlesen & Quellen
Grundlegende Informationen zu den Tees findest du bei Wikipedia: Matcha und Sencha. Für Studien zu Inhaltsstoffen und Gesundheit lohnt sich die Suche in Fachdatenbanken wie PubMed.
Fazit: Beide Tees haben ihren Platz — matcha vs sencha ist weniger ein Wettkampf als eine Frage der Vorliebe: Intensität, Ritual und Wirkstoffdichte sprechen für Matcha; Leichtigkeit, Vielseitigkeit und Alltagstauglichkeit sprechen für Sencha. Probiere beide in guter Qualität, dann merkst du schnell, welcher Stil besser zu deinem Tag passt.