Tomatensorte Andenhorn: Herkunft, Anbau und warum sie in keiner Küche fehlen sollte
Die Tomatensorte Andenhorn ist eine historische Flaschentomate aus den Anden, geschätzt für ihr kräftiges Aroma, das feste Fruchtfleisch und die langen, spitz zulaufenden Früchte. In diesem Beitrag erfahren Sie Herkunft, Pflanzeigenschaften, Anbautipps und die besten Verwendungszwecke — ideal für Hobbygärtner und Kochbegeisterte.
Was ist die Tomatensorte Andenhorn?
Die Tomatensorte Andenhorn (auch Andine Cornue, Cornue des Andes oder einfach „Andenhorn“-Tomate genannt) ist eine alte, ursprüngliche Flaschentomate aus Peru bzw. den südamerikanischen Anden. Sie gehört zu den historischen, open‑pollinated Sorten und wird wegen ihrer länglichen, spitz zulaufenden Form und des intensiven Tomatenaromas besonders geschätzt. Wikipedia gibt eine kurze Übersicht zur Herkunft und Klassifizierung: Andenhorn – Wikipedia.
Typische Merkmale der Sorte
- Form: länglich bis spitz (Flaschen-/Paprikaförmig), daher der Name „Andenhorn“
- Größe/Gewicht: Früchte bis 10–15 cm Länge; Gewicht variiert (häufig 100–300 g)
- Fleisch: fest, fleischig mit wenigen Kernen — ideal für Saucen und Einkochen
- Geschmack: aromatisch, ausgewogen süß‑säuerlich
- Pflanzentyp: meist indeterminant (hochwüchsig), benötigt Stütze
- Reifezeit: mittelfrüh bis mittelfrüh‑spät (ca. 70–85 Tage nach Aussaat, je nach Bedingungen)
- Kein Hybrid: samenfest, gut für Saatgutgewinnung
Warum Hobbygärtner die Tomatensorte Andenhorn wählen
Die Tomatensorte Andenhorn ist besonders attraktiv, weil sie:
- wenig Kerne und viel Fruchtfleisch hat — ideal zum Einkochen und für Saucen
- ein intensives Aroma liefert, das in frischen Zubereitungen (z. B. Bruschetta, Carpaccio) sehr gut zur Geltung kommt
- eine dekorative, ungewöhnliche Form besitzt, die auf dem Teller auffällt
- als historische Sorte samenfest ist und sich für Saatguttausch und Erhalt alter Sorten eignet
Anbau: Schritt für Schritt
Aussaat und Vorkultur
Aussaat 6–8 Wochen vor dem letzten Frostdatum in Töpfen oder Anzuchtplatten. Keimtemperatur: 20–25 °C. Substrat: torffreie Aussaaterde. Nach dem Auflaufen helle, kühle Kultur (16–20 °C) und regelmäßiges Pikieren, damit kräftige Jungpflanzen entstehen.
Standort & Pflanzung
- Standort: vollsonnig, täglich mindestens 6–8 Stunden Sonne
- Boden: humos, tiefgründig, pH 6,0–6,8; gute Drainage
- Pflanzabstand: 50–80 cm (je nach Erziehungsweise und Sorte)
- Ausgepflanzt nach den letzten Frösten, wenn die Nachttemperaturen stabil über 8–10 °C liegen
Pflege
- Stützen: lange Ruten, Spalier oder stabile Käfige sind empfehlenswert, da die Pflanzen hoch werden
- Düngung: Startdüngung beim Einpflanzen, dann alle 2–4 Wochen mit Kalium betonter Tomatennahrung; organischer Kompost wirkt sehr gut
- Gießen: gleichmäßig und regelmäßig, Wassermangel fördert Blütenendfäule (Blossom End Rot)
- Ausgeizen/Erziehung: bei hochwüchsigen Pflanzen Sprossentwicklung lenken (je nach Vorliebe ein-, zwei- oder mehrstämmig)
Häufige Probleme und Vorbeugung
- Blossom End Rot: meist Calcium-Mangel/ungleichmäßige Wasserversorgung — regelmäßiges Gießen und kalkreicher Boden helfen
- Risse: bei unregelmäßigem Gießen — Mulchen reduziert Schwankungen
- Pflanzenkrankheiten (Kraut‑ und Braunfäule, Septoria): Abstand, gute Luftzirkulation, resistente Sorten bzw. richtige Anwendung von biologischen Maßnahmen; bei feuchter Witterung Blattwerk trocken halten
- Schädlinge: Raupen (z. B. Tomatenwickler), Blattläuse, Weiße Fliege — regelmäßige Kontrolle, Absammeln, Nützlinge fördern
Ernte und Lagerung
Die Ernte erfolgt, wenn die Früchte voll ausgefärbt und fest sind. Die Andenhorn‑Tomate lässt sich gut lagern, hat aber nicht die extrem lange Haltbarkeit industrieller Hybriden. Wegen des geringen Saatanteils eignen sich die Früchte besonders gut zum Einmachen, Trocknen oder für Saucen.
Kulinarische Verwendung
Die Tomatensorte Andenhorn ist vielseitig einsetzbar:
- Frisch: in Scheiben geschnitten für Salate, Carpaccio oder Bruschetta
- Gekocht: dank des festen Fleisches ideal für Saucen, Tomatenmark und Einkochen
- Ofen/Grill: halbiert und geröstet entfaltet sich das Aroma besonders
- Konserven: wenig Kerne bedeuten höhere Ausbeute an Fruchtfleisch
Schnelles Rezepttipp: Ofengeröstete Andenhorn‑Tomaten
Halbieren, mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Kräutern beträufeln. Bei 180 °C ca. 25–35 Minuten rösten. Pur zu Pasta oder als Brotbelag verwenden.
Saatgutgewinnung
Da die Andenhorn eine samenfeste Sorte ist, lässt sich eigenes Saatgut leicht gewinnen. Reife Früchte aushöhlen, Samen mit etwas Fruchtfleisch in ein Glas geben und 2–4 Tage fermentieren lassen (Deckel luftig). Danach gründlich abspülen, auf Trocknertuch trocknen und kühl, dunkel lagern. Für sortenreine Samen empfiehlt sich Isolation von anderen Tomatensorten oder gleichzeitige Bestäubungsstruktur beachten.
Bezugsquellen und Sortenvielfalt
Die Tomatensorte Andenhorn wird von vielen Bio‑ und Samenversendern angeboten. Varianten und ähnliche Sorten finden sich unter Namen wie Andine Cornue oder 'Bellandine'. Anbieter, die sie führen, sind z. B. spezialisierte Gemüsesamenshops und kleine Bio‑Züchter (Suche nach "Andenhorn Saatgut" liefert viele Bezugsquellen).
Fazit
Die Andenhorn ist eine lohnende Tomatensorte für Gärtner, die ein aromatisches, fleischiges Früchtebild schätzen und gerne einkochen oder frisch genießen. Sie verbindet historisches Erbgut mit guter Alltagstauglichkeit: dekorative Form, kräftiger Geschmack und einfache Saatgutgewinnung machen sie zu einer empfehlenswerten Sorte für Balkon, Hochbeet und Garten.
Weiterführende Infos zur Herkunft und botanischen Einordnung: Andenhorn auf Wikipedia.
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