Manuka Honig: Qualitätsmerkmale, die du wirklich kennen musst
Manuka-Honig ist wegen seiner speziellen Inhaltsstoffe und möglichen gesundheitlichen Vorteilen beliebt — doch nicht jeder Honig mit dem Namen „Manuka“ hat dieselbe Qualität. Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten Qualitätsmerkmale, wie du echte Produkte erkennst und worauf du beim Kauf achten solltest.
Was macht Manuka-Honig besonders?
Manuka-Honig stammt größtenteils von den Blüten des Manuka-Strauchs (Leptospermum scoparium), vor allem in Neuseeland und Australien. Charakteristisch sind bestimmte Marker wie Methylglyoxal (MGO), Dihydroxyaceton (DHA) und Leptosperin, die ihn von anderen Honigsorten unterscheiden. Diese Substanzen bestimmen weitgehend die Qualität, Wirksamkeit und den Preis.
Die wichtigsten chemischen Qualitätsmerkmale
MGO (Methylglyoxal)
MGO ist der bekannteste Wert: Er gibt die Konzentration von Methylglyoxal in mg/kg an. Je höher der MGO-Wert, desto stärker wird der Honig in der Regel bewertet. Übliche Bereiche im Handel sind MGO 100 bis über MGO 800. Eine grobe Orientierung:
- MGO < 100: niedrige Spezialisierung
- MGO 100–300: gute Alltagsqualität
- MGO 300–600: gehobene, häufig therapeutisch genutzte Qualität
- MGO > 600: sehr hoher Wirkstoffgehalt, entsprechend teuer
UMF (Unique Manuka Factor)
UMF ist eine geschützte Kennzeichnung, die mehrere Marker (u. a. MGO, Leptosperin) zusammen bewertet. UMF wird von der UMF Honey Association lizenziert und gilt als verlässliches Qualitätssiegel. UMF-Werte (z. B. UMF 10+, UMF 15+) geben ein kombiniertes Qualitätsmaß an. Die UMF-Angabe ist besonders nützlich, weil sie eine unabhängige Bewertung darstellt. Mehr Infos: umf.org.nz.
Leptosperin
Leptosperin ist ein pflanzlicher Marker, der spezifisch für Manuka-Honig ist. Sein Nachweis in Laboren unterstützt die Echtheitsprüfung: ein niedriger oder fehlender Leptosperin-Wert kann auf Nicht-Manuka oder Verfälschung hinweisen.
DHA (Dihydroxyaceton)
DHA ist in frischen Manuka-Blütennektaren vorhanden und wandelt sich mit der Zeit in MGO um. Ein hoher DHA-Wert bei gleichzeitig niedrigem MGO kann bedeuten, dass der Honig noch reift und MGO später ansteigt — oder dass er falsch gelagert wurde. Das Verhältnis DHA zu MGO liefert Hinweise auf Alter und Lagerung.
HMF (Hydroxymethylfurfural)
HMF entsteht durch Erhitzung und lange Lagerung von Honig. Hohe HMF-Werte deuten auf Überhitzen oder schlechte Lagerung hin. In der EU liegt der gesetzliche Grenzwert für die meisten Honige bei 40 mg/kg (für tropische Honige andere Werte). Ein niedriger HMF-Wert ist ein Qualitätsindikator.
Authentizität und Betrugs-Prüfungen
Manuka-Honig ist teuer — deshalb gibt es Fälschungen (z. B. Mischung mit anderem Honig, Sirup-Beigaben). Gängige Prüfmethoden sind:
- Melissopalynologie (Pollenanalyse) zur botanischen Bestimmung
- Isotopenanalyse (C-4-Saccharide), um Zuckerzusätze zu entdecken
- NMR- oder HPLC-Analysen zur Detektion spezifischer Marker (MGO, Leptosperin, DHA)
- Laborzertifikate (COA – Certificate of Analysis) pro Charge
Seriöse Hersteller veröffentlichen Chargen-Analysen oder bieten QR-Codes/Batches zur Rückverfolgbarkeit an.
Herkunft, Zertifikate und Regulierung
Manuka kommt hauptsächlich aus Neuseeland und Australien. In Neuseeland gibt es wissenschaftliche und regulatorische Initiativen, die Manuka-Honig anhand chemischer Marker definieren (siehe New Zealand Ministry for Primary Industries: mpi.govt.nz). Achte auf Angaben zur Region, Chargen-Nummer sowie offizielle Labels wie UMF oder unabhängige Labornachweise.
Wie liest du das Etikett richtig?
- Achte auf MGO- oder UMF-Angabe. Beide sind sinnvoll — UMF ist reguliert/licenzpflichtig.
- Suche nach Herkunftsangaben (Neuseeland/Australien) und Produktions- oder Chargennummern.
- Frag nach einem COA oder Scannbar-QR-Code, der zur Laboranalyse führt.
- Vorsicht bei unklaren Begriffen wie "Manuka-Geschmack" ohne chemische Marker.
Erscheinungsbild, Geschmack und Konsistenz
Dunklere, dickflüssigere oder etwas körnige Konsistenzen sind möglich, aber Aussehen und Geschmack allein sind kein verlässlicher Qualitätsnachweis. Manche hochwertige Manuka-Honige bleiben länger flüssig. Verlass dich auf Laborwerte, nicht ausschließlich auf Farbe oder Konsistenz.
Lagerung und Haltbarkeit
Manuka-Honig am besten dunkel, trocken und bei Raumtemperatur lagern (kühl, aber nicht unter 10 °C). Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und hohe Hitze, um MGO und Enzyme zu schonen. Beachte Mindesthaltbarkeits- bzw. Analyse-Daten auf dem Glas.
Kaufempfehlungen & Checkliste
Beim Kauf solltest du folgende Punkte prüfen:
- Ist MGO oder UMF angegeben? (Bevorzugt beides / UMF lizenziert)
- Gibt es eine Chargen-Nummer und ein COA (Laborzertifikat)?
- Ist die Herkunft klar ausgewiesen (Neuseeland/Australien)?
- Liegt der HMF-Wert im akzeptablen Bereich (niedrig, EU-Grenzwerte beachten)?
- Ist der Preis realistisch? Extrem billige "MGO-800"-Angaben ohne COA sind verdächtig.
Fazit
Die entscheidenden Qualitätsmerkmale von Manuka-Honig sind MGO, UMF, Leptosperin, DHA und niedrige HMF-Werte sowie transparente Herkunfts- und Chargenangaben. Verlasse dich beim Kauf auf lizenzierte UMF-Angaben oder nachvollziehbare Laboranalysen. So stellst du sicher, dass du echten, qualitativ hochwertigen Manuka-Honig bekommst.
Weiterführende Links: UMF Honey Association: umf.org.nz | New Zealand MPI: mpi.govt.nz
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